Das Erfahrungsreich Viamala

Cazis

Steinkirche

Eine der eigenwilligsten Kirchenbauten der Schweiz steht in Cazis: Die Steinkirche mit ihren drei an gletschergeformte Felsen erinnernden Elementen lässt den Betrachter aufmerken - und über Themen wie Geborgenheit, Raum und Wärme nachdenken. Doch nach wie vor ist das Bauwerk von Architekt Werner Schmidt aus Trun unvollendet.

Die Steinkirche von Cazis hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 1994 wurden Studienaufträge für einen Kirchenneubau in Auftrag gegeben. Im März 1995 obsiegte aus sieben eingegangenen Arbeiten das Projekt von Architekt Werner Schmidt aus Trun. Dieses sah drei steinförmige Einzelvolumen, welche durch versenkbare Wände getrennt werden können, einen Verbindungstrakt als Erschliessung zwischen bestehendem Pfarrhaus und den Sakralräumen, sowie einen freistehenden Turm vor.

Im April 1996 wurde mit dem spektakulären Rohbau, unter Mitwirkung des Spezialisten für Schalenbau Heinz Isler aus Burgdorf, begonnen. Auf Grund einer Modellvorlage wurden 108 verschiedene Holzbinderelemente hergestellt. Diese wurden wie Schnitze einer Orange auf die Fundamente gestellt, mit einem feinmaschigen Gitter überzogen und anschliessend mit Spritzbeton in dünnen Schichten bespritzt, bis zur Erreichung der Wanddicke von ca. 15 cm. Im November 1996 wurde das Richtfest gefeiert und im Frühjahr 1997 war der Rohbau vollendet. Aus Kostengründen musste der Weiterbau in der Folge vorerst eingestellt werden. Auf einem provisorischen Holzboden mit Notheizung und Nottüren wurde die Baustelle als Kirche in Gebrauch genommen.

Geborgenheit und Freiheit

Es entstand eine lebendige Kulturwerkstatt mit Festgottesdiensten, Theater, Konzerten, Bilderausstellungen und meditativen Veranstaltungen. Nachdem dank verschiedenen Anstrengungen die finanzielle Situation unter Kontrolle gebracht werden konnte, ging es mit dem neuen Architekten, Diederik Peper aus Chur, weiter. Der Innenausbau und der Verbindungstrakt wurden erstellt. Im Juli 2002 wurde die Kirche eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Innen vermittelt die Architektur das Gefühl von Geborgenheit einerseits und Freiheit andererseits.

Die Anlage der Räume kennt auch kein Vorne und Hinten. Erst recht ist kein Oben und Unten vorgegeben. Freiheit schafft sich ihren Raum durch die demokratische Struktur. Jede Besucherin, jeder Besucher muss sich selbst seinen Standpunkt verschaffen, einen eigenen Blickwinkel auf Gott und die Menschen einnehmen. Dies wird noch durch die Lage und Form der Fenster verstärkt. Im östlichen Stein geht der Blick zum Himmel, im mittleren Stein eröffnet sich dem Betrachter der Horizont und im westlichen Stein fällt unser Blick auf die Strasse, auf die Häuser, auf die Menschen.

Der Glockenturm fehlt

So ist diese Kirche nicht nur eine offene Kirche für die Menschen, die sich in der Kirche befinden, sondern auch für die Menschen draussen. Viele halten unverhofft an - und sie fühlen sich wohl. In diesen Räumen wird niemand vereinnahmt. Die Kirche ist noch immer unvollendet. Für den Bau des Glockenturms und eines Vordaches beim Eingang fehlen noch etwa eine halbe Million Franken.

Öffnungszeiten

 

April bis September: Täglich von 09.00 bis 18.00 Uhr.

Oktober bis März: Täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr.

Geführte Besichtigung auf Anfrage.

Weitere Informationen und Anreise

Quelle: Viamala Tourismus
Aktualisiert:

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